Grundlagenwissen Brotbacken Teil 3: Fett, Hefe, Malz

Im 3. Teil geht es um den Einsatz von Fett, Hefe und Malz beim Brotbacken. Fett in der richtigen Menge ist für ein größeres Brotvolumen verantwortlich, Hefe für die Teiglockerung und Malz für Geschmack, Geruch, Farbe des Brotes.

Zum 1. Teil Grundlagenwissen Brotbacken mit dem Thema Getreide & Mehl geht es hier.

Zum 2. Teil (Gluten, Zucker, Salz) geht es hier.

Fett – Speisefett (Speiseöl, Butter)

Speisefett verbessert in einer Zugabemenge von 1-3% bezogen auf die Mehlmenge im Teig die Dehnfähigkeit des Klebereiweißes und trägt so zu einem größeren Gebäckvolumen bei, ohne die Hefe in ihrer Tätigkeit dabei zu hemmen.

Ab einer Menge von 5% wird die Hefetätigkeit gehemmt. Ab einer Menge von 20% wirkt es sich nachteilig auf die Dehnfähigkeit des Klebergerüsts aus.

Fettmengen zwischen 1 und 3% bewirken also eine feinere Porung, ein größeres Gebäckvolumen, eine verbesserte Frischhaltung und tragen zum Geschmack der Backware bei, insbesondere wenn aromatische Fette, wie Butter oder Olivenöl, verwendet werden.

Hefe – Backhefe

Backhefe ist ein biologisches Lockerungsmittel. Sie benötigt Nährstoffe (z.B. Zuckerstoffe), Wasser und eine günstige Temperatur für die Verstoffwechselung. Die Stoffwechselwege der Hefe sind die Atmung, also der Abbauweg, für den Sauerstoff benötigt wird, sowie die alkoholische Gärung, der im Teig bedeutendere Weg ohne Sauerstoffbedarf. Hierbei spaltet die Hefe mittels des Enzyms Zymase Zuckerstoffe in Kohlendioxid, Alkohol und aromabildende Stoffe (Aldehyde, Glycerin, organische Säuren).

Malz

Malz wird aus gekeimtem Getreide (Gerste, Weizen, Roggen) gewonnen. Bei der Keimung werden getreideeigene Enzyme entwickelt und aktiviert, wie stärkeabbauende Enzyme (Amylasen), eiweißabbauende Enzyme (Proteasen) und pentosanabbauende Enzyme (Pentosanasen).

Als Abbauprodukte der Stärke fallen Malz- und Traubenzucker sowie Dextrine an. Angebotene Formen sind Malzmehl und Malzextrakt (trocken oder als Flüssigmalz). Sie sind enzymaktiv als auch -inaktiv zu bekommen. Inaktive Malze werden vor allem für Geschmack, Geruch und Farbe von Backwaren eingesetzt. Bei aktiven Malzen dienen Malz- und Traubenzucker der Backhefe als Nahrung. Die getreideeigenen Enzyme (vor allem Amylasen sind hier zu nennen) bleiben bis zum Backen des Teiglings aktiv und sorgen so für Zuckernachschub für die Hefe. Dextrine sind wasserlöslich und sorgen beim Backen für die Bräunung und geben dem Brot einen gewissen Glanz, wenn das noch heiße Brot nach dem Backen mit Wasser abgestrichen wird.

Malze gelten als die ältesten und ursprünglichsten Backmittel. Sie sind natürlichen Ursprungs. Von daher verwende ich diese bei einigen Rezepturen. Auch Fette und Zucker gelten als Backmittel, da auch sie die Gebäckqualität verbessern, schwankende Verarbeitungseigenschaften von Mehlen ausgleichen und/oder die Herstellung von Backwaren erleichtern. Dies ist die Definition von Backmitteln. Was ich nicht einsetze, sind chemisch gewonnene Emulgatoren, technisch gewonnene Enzyme und dergleichen.

Wer keine Malzprodukte einsetzen möchte, läßt diese in den Rezepturen einfach weg. Hier müssen dann kleine Abstriche in z.B. Gebäckvolumen, Farbe, Geschmack und Geruch in Kauf genommen werden.

Fortsetzungen:

Es folgen noch:

  • Teil 7: Backen – Ziel, Backbedingungen, Vorgänge beim Backen, Kruste und Brotaroma
  • Teil 8: Brotlagerung / Altbackenwerden, (Grund-) Ausstattung zum heimischen Brotbacken

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